
Göttliche Komödie
Dante Alighieri und Richard Zoozmann
Weltliteratur
Dante Alighieri, (*1265 in Florenz, gest. 1321 in Ravenna, Mutter früh verstorben, Vater Geldverleiher in Florenz), gehörte dem guelfisch gesinnten Stadtadel an, war verheiratet und hatte 4 Kinder.
Als Mitglied des obersten Ratsgremiums trat er an der Seite der Weißen Guelfen, die sich für eine Autonomie der Stadt gegenüber dem Papst (Bonifazius VIII.) einsetzten, gegen die Schwarzen Guelfen und die Ghebelinen und geriet zwischen alle Fronten der politischen Lager.
1302 wurde Dante in Abwesenheit (Botschafter beim Papst Bonifazius VIII. in Rom) zu einer Geldstrafe wegen Korruption verurteilt, die er nicht zahlte, und zum Ausschluss von allen öffentlichen Ämtern. Schließlich wurde sein Besitz enteignet und er für vogelfrei erklärt (bei Rückkehr Tod durch Verbrennen). Seine Gattin folgte ihm nicht ins Exil, während die Söhne mit dem 13. Lebensjahr Florenz verlassen mussten. Ab etwa 1316 ließ Dante sich in Ravenna nieder, u.a. als fürstlicher Sekretär und Lehrer für Poetik und Rhetorik.
Dante schrieb in der Zeit von 1307-1321 die "Comedia", (beginnt im Gegensatz zur Tragödie tragisch, endet gut), die erst Boccaccio 'göttlich' genannt hat, nicht in üblichem Latein, sondern in der "vulgären" italienischen Volkssprache und gilt als Wegbereiter für die moderne italienische Sprache. Dantes Abbild findet sich übrigens auf italienischen Zwei-Euro-Münzen (2002).
Das Werk schildert in 100 Gesängen seine Reise durch die drei Reiche des Jenseits: Hölle (33), Läuterungsberg (in Begleitung Vergils, später auch Statius; 33) und das Paradies (in Begleitung seiner früh verstorbenen, vergötterten Jugendliebe Beatrices, denn Vergil muss, da vorchristlich und damit ungetauft, hier umkehren; später vom Hl. Bernhard v. Clairvaux abgelöst; 34 Gesänge).
Unterwegs begegnen ihnen zahllose Seelen der Verstorbenen, deren Laster und Bußen (diese oft als ironische Umkehrung ihrer begangenen Sünden) den Lebenden auf der Erde als Warnung dienen, darunter historische Persönlichkeiten aus Staat und Kirche, Heerführer, mythologische Gestalten und persönliche Bekannte, u.a. seine Gegner aus Florenz, wobei Dante auf politische Ereignisse in Italien von der späten Stauferzeit des 11. Jahrhunderts bis zur Zeit der frühen Habsburger und des Kaisers Heinrich VII. aus dem Haus Luxemburg Bezug nimmt sowie, insbesondere mit Beatrice als seine Führerin und Lehrerin über die Ordnung des Universums, astronomische und mathematische Rätsel (Erklärungsversuch der Dreieinigkeit Gottes mit der Dreiteilung eines Kreisbogens) und theologische Probleme diskutiert.
Sein Weg beginnt durch die Vorhölle: ein dunkler Wald (Synonym für sein Exil?), bevor er die restl. 9 „Kreise“ der Hölle, die er im Inneren der nördlichen Erdkugel verortet, erreicht, den Sitz des Teufels. Die Höllenkreise sind konzentrische Kreise, die trichterartig in die Tiefe gehen und aus 7 Terrassen (7 Todsünden) bestehen: Maßlosigkeit (2.–4. Kreis), Bosheit (5.–7. Kreis), Verrat (8. und 9. Kreis).
Dann gelangt er zum Läuterungsberg, der als Landmasse aus der Südhalbkugel herausragt und als Rundweg um einen Berg angelegt ist. Auf sieben Terrassen leiden die Seelen ebenfalls unter grausamen Strafen, aber nun mit der Hoffnung, die 9 Stufen zur Erlösung zu erklimmen. Auch Dante tut Buße auf dem Weg zum Licht und sucht sich von falschen Leidenschaften, vor allem von seinem Hochmut zu befreien. Schließlich wird das letzte P (ital. peccato „Sünde“) von seiner Stirn entfernt und er gelangt zu den 9 Himmeln des Paradieses, die konzentrisch und sphärisch in einer weißen Rose angeordnet sind, in deren Mitte die Dreifaltigkeit erstrahlt, durchdrungen von den vier Kardinalstugenden und den drei theologischen Tugenden. Hier unterhält er sich mit großen Heiligen der Kirche, erschaut Maria als Himmelskönigin und den dreieinigen Gott und erkennt die Verbindung von Menschheit und Liebe, nach der er gesucht hat.
(Zusammenfassung von Yessy) (16 hr 38 min)